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10. Mondzauber

Ludovico:

Jetzt ist alles dahin.

Wenn sie mir doch nur einmal zuhören würde!

Ayesha hat einfach nicht die Nerven für so eine aufreibende Expeditionsreise.

(Trinkt seinen Cocktail.)

Mistmond.

Soll er doch eingehen, blöder Mondklops!

Wenn er gleich kommt, und sagt:

„Oh, Ludovico, da bin ich. Willst du mich vielleicht ein wenig wissenschaftlich festhalten?“,

dann sag ich:

„Scher dich zur Hölle! Geh doch zu Ayesha, die hat ganz tolle Lunamerographen, die hängen runter wie gammelige Bananen. Sicher möchte dich Ayesha damit wissenschaftlich festhalten, du ausgemacht blöder Mondklops!“

Und wenn er sich dann pikiert räuspert, dann sag ich:

„Scher dich fort, oder ich tacker dich fest!“

(Holt den Tacker aus den verstreuten Befestigungsmaterialien, wirft ihn wieder fort.)

Mir doch egal.

(Baut aus der Persenning des Expeditionswagens ein Zelt.)

Geh ich eben schlafen.

(Ab in sein Zelt. Es beginnt zu dunkeln.)

Ayesha:

(Auf.) Kinder! Ihr müsst euch die Augen zuhalten. Hört nicht auf Ludovico. Wenn der Mond kommt, müsst ihr euch die Augen zuhalten. Die Hand davor, aber nicht spinxen. Ludovico ist so leichtsinnig.

Niemand darf den Mond auf die Erde kommen sehen. Er hat ein Geheimnis mit der Erde.

Nehmt die Hand vor Augen: So.

(Ab.)

Ludovico:

(Auf.) Ayesha?

(Ab.)

Ayesha:

(Auf.)

Mein Herz zieht so.

Mistmond.

Was sich diese Ausrüster denken! Liefern als Zubehör für Expeditionsgerät ein Tütchen mit winzigen Schräubchen!

Da planst du und planst, und dann das.

(Sucht ziellos in den verstreuten Befestigungs-Utensilien.)

Manchmal denke ich: Vielleicht ist es besser.

Vielleicht ist es besser, den Mond nicht festzuhalten: Gar nicht, auch nicht wissenschaftlich.

Der Mond kommt und geht auch ohne uns.

Alles kommt anders.

Ludovico?

(Ab.)

Ludovico:

(Auf.)

Wenn sie wiederkäme,

dann würde ich sagen,

„Ayesha!“, würde ich sagen,

„Ich schenke dir den Mond.“

Und dann würde Ayesha sagen:

„Aber Ludovico! Du darfst ihn doch nicht festbinden.“

Und der Mond würde an dem Seil in die Höhe steigen wie ein Ballon.

Ayesha würde das Seil durchschneiden, und der Mond stiege hinauf in den nächtlichen Himmel.

Wir würden ihm nachsehen, ich würde Ayeshas Hand nehmen, und wir würden in unser Zelt gehen.

Ayesha?

(Ab.)

Ayesha:

(Auf.)

Ich habe die Lunamerographen nicht aufgebaut.

Keine drei Minuten mehr, und der Mond wird genau hierher zurückkehren.

Und ich habe meine Lunamerogaphen nicht aufgebaut: Am Ziel meiner Reise zerrinnt in meinen Händen alles Feste.

Mond! Mond!

Mein Herz ruft seinen Namen.

Ludovico?

Mist-Schräubchen!

(Ab.)

Ludovico:

(Auf.)

Ayesha?

(Ab.)

Ayesha:

(Auf.)

(Ab.)

Ludovico:

(Auf.)

(Ab.)

Ayesha:

(Auf.)

Ludovico?

Ludovico:

(Aus dem Zelt) Ayesha?

Ayesha:

(Geht ins Zelt.)

 

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